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Milchzuckerunverträglichkeit

Von Mag. pharm. Dorothea Splichal

Milchzucker, auch Laktose genannt, ist in fast allen Milchprodukten zu finden. Um diesen zu verdauen, produziert der Körper ein Enzym namens Laktase. Bei Personen mit einer Milchzuckerunverträglichkeit (Laktoseintoleranz) wird dieses Enzym nicht in ausreichender Menge oder überhaupt nicht produziert. Als Folge dessen kann der Milchzucker nicht oder nur teilweise verdaut werden. Diese Unverträglichkeit kann entweder erblich bedingt sein (selten von Geburt an, oft erst ab der Pubertät) oder als Folge diverser Dünndarmerkrankungen auftreten. Während in Teilen Afrikas oder Asiens beinahe die ganze Bevölkerung keinen Milchzucker verträgt, leidet in Österreich ungefähr jeder Fünfte daran. Es könnte also leicht sein, dass Sie auch zu diesem Fünftel gehören!

WIE ÄUSSERT SICH EINE MILCHZUCKERUNVERTRÄGLICHKEIT?

Die häufigsten Symptome der Milchzuckerunverträglichkeit sind Blähungen, starke Darmkrämpfe, Sodbrennen und spontane Durchfälle. Es werden aber auch Stechen in bestimmten Darmbereichen, Schwächeanfälle, Kopfschmerzen, „fader Geschmack" und sogar asthmatische Probleme beobachtet. Die Symptome halten solange an, wie sich Milchzucker im Darmbereich befindet. D.h. sie klingen meist auch schnell wieder ab. Manchmal kann es aber auch mehrere Tage bis zum völligen Abklingen dauern. 

WIE LÄSST SICH EINE MILCHZUCKERUNVERTRÄGLICHKEIT NACHWEISEN?

Falls Sie an den genannten Symptomen leiden, ist es nötig, diese durch einen Arztbesuch abklären zu lassen. Dieser wird dann bei Bedarf mit speziellen diagnostischen Verfahren eine etwaige Milchzuckerunverträglichkeit nachweisen. Aber auch Selbsttests können Hinweise auf eine Milchzuckerunverträglichkeit liefern: Trinken Sie ein Glas Milch auf leeren Magen. Treten danach die genannten Symptome auf (meist deutlich zu erkennen), ist ein Verdacht auf Laktoseintoleranz begründet. Am aussagefähigsten ist eine zweiwöchige diagnostische Diät ohne Milch und Milchprodukte, die nur aus selbst hergestellten Mahlzeiten besteht. Das ist erforderlich, da sehr viele Fertigprodukte und sogar auch Wurst versteckte Milchbestandteile oder Milchzucker enthalten könnten.

WAS KANN ICH DAGEGEN TUN?

Der so genannte Laktasemangel ist keine Krankheit! Vielmehr hat die Evolution beim Menschen zwei normale, genetisch determinierte Erwachsenengruppen hervorgebracht: Menschen mit hoher oder mit niedriger Laktose-Verdauungskapazität. In Europa haben sich erstere vermutlich mit der Etablierung der Milchwirtschaft als dominante Gruppe durchgesetzt. Abhängig von der verbliebenen Laktaseproduktion besteht die Therapie in einer laktosearmen (max. 8 - 10 g Laktose pro Tag) oder laktosefreien (< 1 g Laktose pro Tag) Diät. Testen Sie die verträgliche Laktosemenge individuell aus, indem Sie einige Tage völlig auf jegliche Milchprodukte verzichten. Dann nehmen Sie ein Milchprodukt in kleiner Menge zu sich und beobachten die Reaktion. Es ist darauf zu achten, dass die Diät nur so streng eingehalten werden muss, dass keine Beschwerden auftreten. Am sichersten ist eine Ernährungsweise, bei der Sie alle Speisen aus frischen Lebensmitteln selbst zubereiten! Vorsicht ist bei der Verwendung von verpackten Lebensmitteln oder Fertigprodukten (Fleisch- od. Wurstwaren, Desserts, Pudding, Backwaren, Schokolade, Kakao, Margarine etc.) geboten. Es sollte gegebenenfalls nachgefragt bzw. die Zutatenliste genau beachtet werden. Abhängig von der individuellen Restproduktion des Enzyms Laktase werden diverse Milchprodukte bei Laktoseintoleranz unterschiedlich gut vertragen (testen Sie selbst!). Gut verträglich sind meist Hartkäse wie Emmentaler, Gruyére usw. (je reifer der Käse, um so laktoseärmer), Sauermilch oder Joghurt. Achten Sie auch auf eine ausreichende Kalziumversorgung schon allein wegen der Bedeutung des Kalziums für den Knochenstoffwechsel. Ziehen Sie in erster Linie kalziumreiche pflanzliche Lebensmittel wie Grünkohl, Brokkoli, Spinat, Fenchel, Nüsse, Sojabohnen, kalziumreiche Mineralwässer (mindestens 150 mg Kalzium/l) und mit Kalzium angereicherte Fruchtsäfte heran. Gegebenenfalls ist an eine Einnahme von Kalziumpräparaten, insbesondere im Wachstum, während der Schwangerschaft und der Stillzeit zu denken. Fragen Sie dazu Ihren Arzt oder Apotheker! Weisen Sie diese bei jedem Besuch auf Ihre Milchzuckerunverträglichkeit hin, da viele Medikamente Milchzucker enthalten. Der Milchzucker im Einsatz gegen Stuhlverstopfung ist selbstverständlich vollkommen ungeeignet.

Folgende Produkte sollten Sie vermeiden: Alle Milchprodukte, die nicht durch Bakterien stark verändert wurden wie Milch, Molke, Milchpulver, Schlagobers, Frischkäse, Kefir, etc.; die meisten Süß- und Nachspeisen, Schokolade, Pudding, Kuchen, Speiseeis, etc.; fast alle Fertigprodukte: Müslis, Kartoffelbrei, Knödel, Ketchup, Senf, Soßenbinder.

Folgende Produkte sollten Sie reduzieren: Butter, Margarine, helle Brotsorten, Semmeln. 

Folgende Produkte sind meist gut verträglich: Joghurt mit lebenden Joghurtkulturen (diese unterstützen die Laktaseproduktion im Körper bzw. bauen den Milchzucker ab), Hartkäse, Sauermilch, dunkles Brot.

Laktosefreie Produkte: Obst und Gemüse, Hülsenfrüchte, Nüsse, Marmelade, milchfreie Margarine, Honig, Kaffee & Tee, Speiseöle, Fruchtsäfte ohne Molkezusätze, Mineralwasser, Reis, Nudeln, Kartoffeln, Sojaprodukte (als Milchersatz gut geeignet!), Getreide- und Mehlsorten, Fleisch, Fisch, Kräuter, Gewürze, Ei.

Eine andere Möglichkeit, besonders für Essenseinladungen oder Auswärtsessen, ist die Einnahme von laktasehältigen Präparaten aus Ihrer Apotheke, die vor bzw. mit jeder milchzuckerhältigen Mahlzeit eingenommen werden und somit diese Lebensmittel „verdaubar" machen.

Buchtipps: 1) „Laktose-Intoleranz" von Thilo Schleip; 2) „Milchallergie und Laktoseintoleranz" von Nora Kirchner

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