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Hämorrhoiden - Wenn es am Hintern juckt und schmerzt

Von Mag. pharm. Dorothea Splichal

Hämorrhoiden sind kleine Blutgefäße in der Umgebung von Mastdarm und After, die sich im Zuge einer krankhaften Veränderung vergrößern und anschwellen. Man spricht dann genaugenommen vom Hämorrhoidalleiden. Es entstehen Entzündungen, Blutgerinnsel und Blutungen. Das Blut ist meist hellrot und nicht mit dem Stuhl vermengt. Die Blutung erfolgt vor, während oder unmittelbar nach dem Stuhlgang und ist meist am Toilettpapier oder im Klosettbecken sichtbar. Je nach Krankheitsstadium zählen neben der Blutung noch Fremdkörpergefühl, Schmerzen, Nässen, Juckreiz zu den Symptomen. Obwohl sehr viele Menschen an hämorrhoidalen Beschwerden leiden, haben sie Angst und Hemmungen, darüber zu sprechen. Die Medizin verfügt heute über rasche und zuverlässige Behandlungsmethoden. Aus diesem Grund sollten Sie Ihr Problem nicht für Sich behalten, sondern Ihren Arzt konsultieren. Außerdem können auch schwerwiegendere Krankheiten, wie z.B. Darmkrebs, dahinterstecken.

URSACHEN

Prinzipiell entsteht das Hämorrhoidalleiden aufgrund einer erblich bedingten Bindegewebsschwäche, was aber nicht als alleinige Entstehungsursache genügt. Weitere Faktoren müssen hinzutreten um eine Vergrößerung der Knoten zu begünstigen. Als eine der Hauptursachen in unserer Wohlstandsgesellschaft gilt die ballaststoffarme Ernährung. Als Folge der mangelhaften Dickdarmfüllung verkrampfen sich Muskelanteile im Mastdarm und im Analkanalbereich. Diese Druckerhöhung kann ebenfalls durch psychischen Streß hervorgerufen werden. Auch eine Verstopfung, die meist durch faserarme Kost, zu geringe Flüssigkeitsaufnahme, zu wenig Bewegung und Streß verursacht wird, kann zur Entstehung von Hämorrhoidalleiden beitragen. Aufgrund des zu harten Stuhls neigt man zu starkem und langem Pressen, was auf Dauer zur Überlastung bzw. Überdehnung des Beckenbodens führt. Die Verankerung der Hämorrhoidenpolster wird in der Folge von der Wand gelöst. Viele Menschen greifen bei Verstopfung voreilig zu Abführmittel, die langfristig angewandt oft zu Darmträgheit und verstärkten künstlichen Stuhldrang mit erhöhtem Druck auf den Schließmuskel führen. Aber Abführmittel ist nicht gleich Abführmittel. Fragen Sie diesbezüglich Ihren Arzt oder Apotheker. Besonders begünstigt wird die Hämorrhoidenentstehung in der Schwangerschaft und Stillzeit. Mehr als die Hälfte der Schwangeren und stillenden Frauen leiden unter diesen Beschwerden, die durch die hormonelle Umstellung bzw. das lockere Bindegewebe begünstigt werden. Zur Verstärkung führen dann noch venöse Stauungen bei größer werdender Gebärmutter und das starke Pressen während der Geburt.  

 

WAS KANN ICH SELBST DAGEGEN TUN?

  • Zögern Sie nicht, bei Blut im Stuhl oder länger anhaltenden Beschwerden zum Arzt zu gehen. Dieser wird Sie eingehend untersuchen, eine Diagnose stellen und die geeignete Therapie einleiten. Bei kurzfristigen, leichteren Beschwerden gibt es in der Apotheke ausgezeichnete Hämorrhoidalzäpfchen, - salben oder andere schmerzlindernde Produkte. Für den Erfolg einer Creme- oder Zäpfchen-Behandlung ist die richtige Handhabung, die Ihnen Ihr Apotheker ausreichend erklären wird, von entscheidender Bedeutung. Die Behandlung nützt nichts, wenn die Wirkstoffe des Medikaments nicht an die richtige Stelle gelangen. Hämorrhoidalzäpfchen dürfen nicht so hoch wie andere Zäpfchen eingeführt werden, sondern nur so weit, daß das Ende des Zäpfchens noch mit der Fingerkuppe tastbar ist. Am besten geht das in Hockstellung oder bei vorgebeugtem Oberkörper. Nach 1 bis 3 Minuten wird das Zäpfchen vollständig in den Darm eingeführt. Die Anwendung der Hämorrhoidalcreme erfolgt nach dem gleichen Prinzip. Nach der Abnahme der Schutzkappe vom Ansatzrohr wird dieses auf die Tube geschraubt und zunächst ohne Druck auf die Tube eingeführt. Erst beim Herausziehen soll durch gleichmäßigen Druck auf die Tube ein kontinuierlicher Salbenstrang in den Analkanal entleert werden. Aus hygienischen Gründen ist das Rohr zum Aufschrauben von außen zu reinigen.
  • Nach dem Stuhlgang ist auf eine regelmäßige Reinigung des Analbereiches durch z.B. vorsichtiges Abtupfen zu achten. Verwenden Sie dazu weiches Papier (Toilettpapier) oder Einmalwaschlappen (beides vorher mit Wasser befeuchtet).
  • Bei Entzündungen und Juckreiz im Analbereich haben sich auch lauwarme Sitzbäder mit speziellen Heilkräutern gut bewährt. So wirken z.B. Kamillenauszüge entzündungshemmend und die Gerbstoffe der Eichenrinde oder der Hamamelis hautregenerierend, schmerz- und juckreizstillend. Die entsprechenden Präparate oder Tees gibt es in Ihrer Apotheke.
  • Achten Sie auf eine ballaststoffreiche Ernährung (Obst, Gemüse, Getreideprodukte) in Kombination mit ausreichender Flüssigkeitszufuhr (2 bis 3 Liter/Tag). Bei zu hartem Stuhlgang oder Verstopfung können auch Leinsamen, Flohsamen oder Weizenkleie, wohlgemerkt mit viel Flüssigkeit, nachhelfen.
  • Beim Stuhlgang sollte starkes Pressen vermieden werden. Die Darmentleerung hat nur dann zu erfolgen, wenn Stuhldrang besteht. Lassen Sie Sich nicht dadurch stressen, wenn Sie nur alle 2 bis 3 Tage Stuhlgang haben. Auf scharfe Gewürze, Senf, scharfe Käsesorten, Zitrusfrüchte, starken Kaffee oder Tee, Süßigkeiten und Alkohol in größeren Mengen sollte verzichtet werden. Eine Bauchmassage - am besten schon frühmorgens - kann ebenfalls die Darmtätigkeit auf sehr einfache Weise anregen: Der Unterbauch wird im Uhrzeigersinn geknetet. Bei Übergewicht ist eine Gewichtsreduktion anzustreben. 
  • Positiv auf das Hämorrhoidalleiden wirken sich im Gegensatz zum vielen Sitzen und Stehen körperliche Betätigung (z.B. viel Spazieren gehen) bzw. Sport aus. Sportarten wie Schwimmen, Radfahren oder Wandern sind besonders geeignet. Ungünstig sind Sportarten, bei denen die Beckenorgane nach unten gedrückt werden, wie z.B. Joggen oder Tennis. Zusätzlich sollte Beckenboden- und Schließmuskeltraining betrieben werden.
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